Vorstellung des Projektes

Der Freistaat Sachsen beabsichtigt, zur Ansiedlung von führenden Technologieunternehmen mit Schlüsseltechnologien, ein Industrievorsorgegebiet in Wiedemar zu entwickeln. Das bedeutet, dass zunächst die (rechtlichen, planerischen) Voraussetzungen geschaffen werden, um dann das Gebiet ausgewählten Investoren anbieten zu können.

Nach Einschätzung des Freistaates besteht eine zunehmende Nachfrage derartiger Unternehmen nach großen und planungsrechtlich gesicherten Standorten in Deutschland und Europa. So steigen weltweit Investitionen in Zukunftstechnologien und ihre industriellen Anwendungen.

Mehr Souveränität über die Lieferketten und der Wandel zu klimaneutraler Produktion spielen hier eine zentrale Rolle. Mit den Investitionen in ein Industrievorsorgegebiet gewinnt der Freistaat und die Region einen wichtigen Vorteil im Wettbewerb um die Ansiedlung derartiger Unternehmen.

Die Region Wiedemar ist prädestiniert, den Freistaat hierbei zu unterstützen: Zentral gelegen in Mitteldeutschland, eine günstige Lage an wichtigen Verkehrsachsen und nicht zuletzt die Nähe zu Wissenschaftseinrichtungen und Fachkräften. Mit ihrem Flächenpotential gilt die Gemeinde als TOP-Standort in Sachsen und Deutschland.

Deshalb nennen wir das Projekt „Zukunftsregion Wiedemar“.

Zukunftsregion Wiedemar:
Strukturwandel in der Region

Deutschland und Europa stehen vor einer Dekade des Strukturwandels. Die Ursachen und Auswirkungen sind vielfältig. Wichtige Treiber sind neue Technologien für unsere zentralen Infrastrukturen der Kommunikation, Energieversorgung und Mobilität. Zudem will Europa bis 2050 klimaneutral werden, Deutschland will dieses Ziel schon 2045 erreichen. Dazu gehören eine CO₂-freie Energieversorgung, aber auch klimafreundliche Prozesse in der Produktion. Und schließlich haben uns Pandemie und der Angriffskrieg Russlands gezeigt, wie wichtig Souveränität in kritischen Versorgungsbereichen ist.

Für den Freistaat Sachsen bietet der Transformationsprozess Chancen und Risiken. Als Industrieland mit Tradition, mit lebenswerten Regionen, exzellenten Wissenschaftseinrichtungen und vielfältiger Wirtschaftsstruktur verfügt der Freistaat über eine sehr gute Ausgangsposition. Diese Stärken gilt es zu nutzen, für bessere Infrastrukturen, mehr Lebensqualität in den Regionen, mehr Wertschöpfung und gute Arbeit vor Ort.

Der Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland bis 2038 stellt den Freistaat Sachsen einmal mehr vor besondere Herausforderungen. Es gilt, aus den zwei sächsischen Braunkohlerevieren Zukunftsregionen zu machen.

Dazu gehören zukunftsfeste Arbeitsplätze, neue Wertschöpfungsketten, Fachkräfte und attraktive Lebensbedingungen. Mit rund 10 Milliarden Euro bis 2038 unterstützt die Bundesregierung diesen Veränderungsprozess im Freistaat Sachsen. Davon fließen mehr als 3 Milliarden Euro in das Mitteldeutsche Revier, das den Landkreis Nordsachsen, die kreisfreie Stadt Leipzig und den Landkreis Leipzig umfasst.

Die Sächsische Agentur für Strukturentwicklung GmbH (SAS) begleitet und unterstützt diesen Transformationsprozess auf vielfältige Weise als Landesgesellschaft des Freistaates Sachsen. Insbesondere unterstützt die SAS die Initiatoren von Vorhaben und Projekten, die mit ihren Ideen zur Zukunftsentwicklung in den Revieren beitragen wollen: von der Idee bis zum Abschluss der Umsetzung.

Federführend für die Arbeit der SAS ist das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung (SMR), das fünf strategische Schwerpunkte für die Strukturentwicklung in den Revieren vorgibt: Dabei geht es einerseits um die Transformation der Reviere zu Energieregionen von morgen. Andererseits um vernetzte Mobilität und Informationstechnologie, Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie und nicht zuletzt die Stärkung von Tourismus und Daseinsvorsorge.

Der Beschluss der Gemeinde Wiedemar, die Voraussetzungen für ein Vorratsgebiet zur Ansiedlung zukunftsorientierter Hochtechnologieunternehmen auf ihrer Gemarkung untersuchen zu lassen, hat mit der Offenlegung der Planungsunterlagen ab dem 21. August 2023 einen wichtigen Meilenstein erreicht.

Das Vorhaben ist zweifellos von großer Bedeutung für eine lebenswerte und wirtschaftsstarke „Zukunftsregion Wiedemar“. Zusammen mit dem zukünftigen Großforschungszentrum in Delitzsch und dem Innovationscampus am Flughafen Leipzig/Halle steht das Vorratsgebiet in Wiedemar für eine gelingende Strukturentwicklung in der Region.

Vor diesem Hintergrund hat der Freistaat Sachsen am 1. Dezember 2022 die Projektgesellschaft „Landerwerb IVG Wiedemar GmbH“ als Tochtergesellschaft der SAS gegründet, um das Vorhaben direkt vor Ort zu unterstützen.

In den zurückliegenden Monaten stand die Unterstützung der laufenden Planungen zur äußeren und inneren Erschließung des Plangebietes im Vordergrund. In den kommenden Monaten geht es vorrangig darum, Freistaat und Gemeinde bei der Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger zum vorliegenden Planungsstand zu unterstützen. 

Das Sächsische Staatsministerium für Regionalentwicklung hat strategische Entwicklungsschwerpunkte für das mitteldeutsche Revier festgelegt. Neben Bioökonomie und Kreislaufwirtschaft (siehe Grafik) sowie Energie von morgen gehören dazu vernetzte Mobilität & Digitalisierung, Gesundheit und nicht zuletzt lebenswerte Regionen. Das sind Leitplanken auch für die Entwicklung im Industrievorsorgebiet und in der Gemeinde Wiedemar.

„Sachsens Wirtschaftsleistung hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdreifacht. Der Standort ist attraktiv für Investoren und punktet mit qualifizierten Fachkräften, führenden Forschungszentren, einer hohen Lebensqualität und einer optimalen Verkehrsanbindung in der Mitte Europas. Als größter europäischer Mikroelektronik-Standort und international bekanntes „Autoland“ hat Sachsen globale Strahlkraft entwickelt, die aktuell vor allem Zukunfts- und Hochtechnologiebranchen anzieht.

Damit wir auch künftig innovative Unternehmen und deren Mitarbeiter für Sachsen gewinnen können, bedarf es optimal geeigneter Flächen mit der entsprechenden Infrastruktur.

Dafür sind Flächen wie das Industrievorsorgegebiet Wiedemar ideal, das eine hervorragende Verkehrsanbindung, die Nähe zu Wissenschaft und Forschung sowie zu den Wirtschaftszentren der Region bietet. Insofern sind sowohl von den Mikroelektronik-Großansiedlungen von TSMC in Dresden und von Intel in Magdeburg als auch vom geplanten Großforschungszentrum in Delitzsch, das sich mit der Transformation der Chemieindustrie beschäftigen wird, positive Impulse für die Region zu erwarten.“ 

Thomas Horn, Geschäftsführer, Wirtschaftsförderung Sachsen GmbH (WFS)

Regionale Entwicklungen in Wiedemar: Zukunft im Fokus

Mit der Planung des Industrievorsorgegebietes (IVG) gehen weitere Potenziale für Wiedemar einher. In verschiedenen Studien und Konzepten stellt die Gemeinde die Weichen zum nachhaltigen Ausbau der kommunalen Infrastruktur.